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New York City FC – Sporting Kansas City

In Deutschland hätte es vermutlich einen Fan-Aufstand gegeben – die New Yorker Fans hingegen feiern einen brandneuen Verein in der Major League Soccer (MLS). Den New York City FC.

Mit Tradition muss man hier niemandem kommen. Die Geschichte des New York City FC ist so kurz, dass es der neugegründete Club in Deutschland in der gleichen Zeit vermutlich nicht mal bis in die Bezirksliga geschafft hätte. In den USA scheint es jedoch völlig normal, dass dieser Verein erst 2013 – unter anderem vom Besitzer der New York Yankees – ins Leben gerufen wurde. Man kaufte ein möglichst schlagkräftiges Team zusammen und lässt es nun, nur zwei Jahre später, in der amerikanischen Profiliga MLS antreten.
Der Auftakt verlief durchaus vielversprechend: Das erste Punktspiel der Club-Geschichte gegen Orlando City endete auswärts mit 1:1, im darauffolgenden Heimspiel gegen New England Revolution gab es einen 2:0-Sieg, gefolgt von einem weiteren Auswärts-Punkt gegen die Colorado Rapids (0:0).
Heute stand also das zweite Heimspiel in der kurzen Historie des des NYCFC an – gegen Sporting Kansas City. Die Stimmung der Fans vor dem Stadion – gespielt wurde in Ermangelung einer eigenen Arena im Baseball-Stadion der Yankees – erwartungsvoll bis ausgelassen. Zu Tausenden strömten die Menschen aus der nahen U-Bahn, feierten ihr neues Team mit Sprechchören.

Das hoch aufragende Yankee Stadium wurde erst 2009 eröffnet, orientiert sich aber nicht nur mit seiner hellen Granit-Fassade an einem Vorgängerbau aus dem Jahr 1923. Klassisch anmutende Pfeiler und Bögen heben es wohltuend ab von weit verbreiteten, austauschbaren Stadion-Neubauten in Fertigbauweise.
An Verkaufsständen vor den Einlasstoren konnte man das himmelblaue Shirt der New Yorker mit einem bekannten Namen auf dem Rücken erwerben: David Villa. Der Spanier ist, ebenso wie Frank Lampard und Andrea Pirlo, bei dem neuen Team unter Vertrag. Und auch ein ehemals in Deutschland kickender Spieler ist beim NYCFC unter Vertrag: Adam Nemec, zuletzt Stürmer bei Union Berlin. Schade, dass man keinen der Kicker heute sehen würde, da sie verletzt oder auf Reisen für ihre Nationalmannschaften waren.

Der Held der Fans glänzte durch Abwesenheit

Durch eine Sicherheitskontrolle, die an den Security-Check am Flughafen erinnerte, ging es schließlich hinein ins Yankee Stadium. Schade, in den Gängen unter den Tribünen war es vorbei mit der Granit-Architektur. Stattdessen blickte man – wie so oft – auf die grauen Betonstufen-Rückseiten der Oberränge.
Im Fan-Shop noch schnell eine NYCFC-Mütze gegen den eiskalten Wind gekauft, und dann ging es raus auf die Tribüne.
Hier war nicht zu übersehen, dass in diesem Rund sonst ein anderer Sport regiert. „Achten Sie auf Bälle oder Schläger“, warnte ein Schild am Sitz des Vordermanns den Zuschauer. Die bequem gepolsterten Sitze würde man in Deutschland vermutlich nur im VIP-Bereich finden.
Ungewöhnlich auch, dass das Fußballfeld etwas schräg versetzt zur Tribüne auf den Rasen gekreidet worden war. Anders hätte es wohl nicht auf den Baseball-Rasen gepasst. So fand man sich in einem Schräg-Hinter-dem-Tor-Block wieder, der wie alle anderen Bereiche des Unterrangs restlos gefüllt zu sein schien.
Ganz im Gegensatz zum beeindruckend weitläufigen Oberrang, der sich über zwei Seiten des Yankee-Stadions zieht. Übrigens geschützt von einem Dach, dessen Unterkante mit einem auffälligen Fries im Stile der 1920er Jahre geschmückt ist. Umlaufende Flutlichter direkt darüber erhellten das Spielfeld.
Trotz aller Euphorie der New Yorker – die Plätze dort oben hätten man wohl nicht auch noch füllen können. So konnte man stolz verkünden, dass das Stadion mit 27.545 Zuschauern ausverkauft sei. Zu Baseball-Spielen passen rund 50.000 Besucher hinein …

Guter Blick auf die Werbebotschaften im Yankee Stadium

Große Werbe- und Anzeigetafeln auf der anderen Seite des Spielfelds, also im direkten Blickfeld der Zuschauer, versorgten die Besucher nicht nur mit Verbraucher- und Statistik-Informationen. Auf einem der Riesendisplays ließ sich das Spiel sogar live verfolgen. Stimmungsfördernd war das allerdings nicht, denn schon nach wenigen Minuten versenkten die Gäste aus Kansas eine Kopfball zur 1:0-Führung (12.) im New Yorker Tor.
Der immer wieder einsetzende Schneefall trug ein übriges dazu bei, dass der Support in dem weitläufigen Rund immer spärlicher wurde. Zumal die Ballkünste beider Teams alles andere als herzerwärmend waren. Man mühte sich, Spektakuläres kam dabei allerdings nicht heraus.
So wurde man am Ende Zeuge einer weiteren Premiere in der sehr kurzen Geschichte des New York City FC: der ersten Niederlage in der Liga.

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