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SV Norden-Nordwest II – BSV Heinersdorf II

Die Hauptstadt kann ja doch einiges – so auch Live-Fussball an einem Dienstagabend. Und das, ganz nebenbei, auch noch auf Deutschlands ältestem noch existierenden Vereinssportplatz.
Das Spiel der Kreisliga C war eine Nachholbegegnung, die auf dem NNW-Platz ausgetragen wurde. Ein Kunstrasenplatz, der auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich erscheint, doch beim zweiten Hinsehen durchaus seinen Charme hat.
Schon auf dem Weg vom Bahnhof Gesundbrunnen ist das Flutlicht des hell erleuchteten NNW-Platzes zu sehen. Rein geht’s durch einen schmalen Durchlass im hohen Zaun, vorbei an einem – heute Abend unbesetzten – Kassenhäuschen.
Der NNW-Platz hat einen Kunstrasen, ist auf den Längsseiten umgeben von Traversen, hinter den Toren fangen die üblichen Zäune die Bälle ab.
Hohe Wohnhäuser umgeben den Platz auf zwei Seiten, und aus der Ferne leuchtet die rote Leuchtschrift des Gesundbrunnen-Centers herüber. Daneben, im Halbdunkel, ist das Gebäude des alten NNW-Casinos zu erkennen, das 1970 von Hertha BSC übernommen und bis in die 1980er-Jahre unter dem Namen „Hertha-Domizil“ als Vereinslokal und Geschäftsstelle genutzt worden war.
Hinter den Traversen auf den Längsseiten des Platzes sind mehrere Stehstufen und auch Sitzbänke angelegt, auf denen 3000 Zuschauer Platz finden sollen.
Tatsächlich hat der SV Norden-Nordwest, dessen zweite Mannschaft hier heute Abend spielt, weit erfolgreichere Zeiten erlebt, in denen vermutlich sehr viel mehr Publikum den NNW-Platz bevölkerte.
Das Fussballfeld war 1902 eingeweiht und 1923 von Norden-Nordwest gekauft worden. Seine größten Erfolge feierte der Verein ebenfalls in den 1920er Jahren, als sogar einmal das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft erreicht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1960 in einem Spiel von NNW gegen Hertha BSC mit 7500 Besuchern ein Zuschauerrekord aufgestellt.
Bis heute spielt Norden-Nordwest auf dem NNW-Platz, was die Anlage zu Deutschlands ältestem noch existierenden Vereinssportplatz macht. Von dem Zuschauerrekord vergangener Tage ist man zwar weit entfernt, doch es sind immerhin rund 50 Besucher, die sich zum Spiel gegen die zweite Mannschaft des BSV Heinersdorf eingefunden haben. Nach einem Blick auf die Tabelle schien die Rollenverteilung klar: hier traf der 14. der Kreisliga C – NNW II – auf den Drittplatzierten. Doch auf dem Platz zeigte sich Heinersdorf nicht entscheidend stärker als Norden-Nordwest. So konnte man sich zwar ein leichtes Übergewicht erspielen, Torchancen gab’s aber in Hälfte Eins kaum zu sehen. Daher ging es mit einem 0:0 in die Pause.
In der zweiten Hälfte witterte dann offenbar Norden-Nordwest seine Chance, wurde nun stärker und erzielte sogar die Führung. Ein NNW-Freistoß aus 30 Metern Entfernung, der wohl eigentlich nur als Vorlage in den Strafraum geschlagen wurde, segelte an Mit- und Gegenspielern vorbei, sprang noch einmal auf und landete letztlich durchaus kurios im Netz.
Doch der BSV schaffte einen ähnlich kuriosen Ausgleichstreffer. Heinersdorf schoss aufs Tor, traf jedoch einen NNW-Spieler auf der Torlinie, dem der Ball in den Nacken sprang. Verzweifelt bückte er sich und versuchte sich nun so zu drehen, dass die Kugel nicht über die Linie kullerte. Doch der Versuch, den Ball in der Drehung aus dem Gefahrenbereich zu schlagen, mißlang – stattdessen hämmerte ihn der NNWler selbst in die Maschen.
Trotz zweier Platzverweise gegen die Gäste in der Schlussphase gelang es Norden-Nordwest jedoch nicht mehr, das Spiel noch mal zu seinen Gunsten zu drehen. So trennte sich die Teams mit einem durchaus unterhaltsamen 1:1, nicht jedoch ohne auf lautstarke Diskussionen inklusive Rudelbildung nach Abpfiff zu verzichten …

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