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Hertha BSC Berlin – VfL Bochum

Bei Pokalendspielen herrscht um den atem-raubenden, historischen Prachtbau stets ausgelassene Partystimmung, an diesem Sonnabend hingegen regiert pure Tristesse. Auf der Anfahrt ist von Fußball-Atmosphäre nix zu spüren, nur vereinzelt hüpfen Frösche in die öffentlichen Nahverkehrsmittel. Am Haltepunkt angekommen nieselt es schmuddelig, die anreisenden Zuschauer huschen mit gesenktem Haupt und nach oben gezogenen Schultern Richtung Olympiastadion.

Olympiastadion Berlin

An den Kassen dann die erste positive Überraschung: 10,50 Euro kostet der allerorts überdachte Sitzplatz, da kannste nicht meckern, wa? Schön, dass der Prunkbau pünktlich zur WM einen Upgrade erhalten hat und jetzt neben einer recht weit geöffneten, Stadioncharakter erhaltenden Überdachung eben auch recht komfortable Plaste-Sitzschalen bekam – an die blaue Leichtathletik-Bahn gilt es sich dennoch zu gewöhnen. Klappt in 90 Minuten nicht. Im Bochumer Gästeblock am Marathon-Tor (der „Speerige“ Bau ist in seiner Gesamtheit – also plus nachbarschaftlicher Flächen – im Charakter erhalten geblieben und weckt die ein oder andere böse Erinnerung) tummeln sich geschätzte 1500 Mann, von denen ungefähr 300 den Herthaner Fröschen per Dauergesang kontra geben. Nicht schön, nicht abwechslungsreich, aber tapfer und ausdauernd. Und einer beherzigt den ständigen Ruf nach einem Bochumer Tor, leider ins eigene Netz: Marcel Maltritz bringt die alte Dame in Führung, der einzige Geistesblitz Marco Pantelic bedeutet das 2:0 und damit auch die Entscheidung.

Die Bochumer Fans, eine überraschend breit gestreute Masse aus Studenten, Ultras, Opas, Neckermännern, Kutten, Kiffern und vielem mehr, stört das eher wenig. Der – viel gewohnte – Bochumer singt artig weiter und sorgt so für charmante Pluspunkte. Nett auch die Bedienungen – kein Wunder, bei so wenig Auslastung scheint hier der Kunde wirklich noch König.

Berlin sonst? Trotz dicker Führung pfeifen die nur knapp 35.000 Zuschauer bei jeder Gelegenheit. Und zwar genau den aus, der just zuvor das 2:0 schoss. Pantelic? Wie funktioniert eigentlich vollkommen gekünstelter Jubel perfekter? Tor, abweisende Gesten zu den Mitspielern und dann direkt zur Kamera gelaufen, um das vorbereitete Herzchen für seine Ingrid (was’n das eigentlich für’n Name für sein Kind???) der gespannten Öffentlichkeit zu präsentieren. So freut sich ein Sportler aus vollstem Herzen …

Hertha-Fans? Die machen zwar mit vier Riesen-Blöcken einen optisch riesigen Eindruck, der Support verfliegt aber – vielleicht auch dank der mangelnden Unterstützung der restlichen Meute – irgendwo Höhe Mittellinie. Das Spiel? Grotte, von beiden Seiten. „Pest gegen Cholera“ wie ein vorzeitig abreisender Ruhrpöttler recht treffend bemerkte. Tristesse, wie gesagt. Pur.

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